[Langer Lauf des TuS 08 Bilstein von der Ruhrquelle zum Rhein-Weser Turm
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Sonntagmorgen, 14. August 05,
strömender Regen, aber eine angenehme Lufttemperatur, ideale Voraussetzungen um zu einem langen Lauf über den Rothaarsteig zu starten. Acht Läufer haben sich zusammengefunden um 43,2 km von der Ruhrquelle bis zum Rhein-Weser Turm zuzulegen. Andreas Claren und Karl-Heinz Lux vom TV Attendorn, Siegfried Schröder und Wolfgang Sulitze von der LG Plettenberg-Herscheid, sowie Ulrike Wilbrand, Gudrun Renner, Wilhelm Schneider und Martin Müller von der LG Südsauerland. Treffpunkt ist um acht Uhr am Schützenplatz in Altenhundem, um sich dann von Maria und vom Begleiter und Betreuer Antonius Steinberg zum Start fahren zu lassen.
 
Gegen neun Uhr ist der Parkplatz, kurz hinter der Ruhrquelle, erreicht und der gemeinsame Lauf kann beginnen. Das Wetter hat sich nicht wesentlich gebessert, zum Regen kommt jetzt noch etwas Nebel hinzu. Vorbei an der Ruhrquelle geht es erst einmal auf noch halbwegs befestigten Wegen bergab. Kurz vor Winterberg der erste steile Abstieg an einem Wasserfall vorbei, den man hier überhaupt nicht vermutet hätte.
Das brausen des Wasserfalls und das ständige prasseln der Regentropfen lassen eine Stimmung wie im Regenwald aufkommen, nur das unser Regenwald stark nach Eukalyptus duftet. Dieser Duft sollte uns solange begleiten bis Gudrun, 3 1/2 Stunden später, am Albrechtsplatz die Gruppe verlassen wird und wir alle eindrucksvoll davon überzeugt sind, wie lange "japanisches Heilpflanzen Öl" auf der Haut haftet. Die wenigen Passaten die bei dem Wetter unterwegs sind  sehen uns einigermaßen mitleidig hinterher.  Nachdem wir dann unterhalb der Skisprungschanze den ersten Aufstieg nach Altastenberg bewältigen müssen, bekommen wir auch einen kleinen Vorgeschmack auf das, was da an "natürlichen Wegen" noch auf uns zukommen sollte. Ab hier wechseln sich bis zur Lennequelle Lauf- und Gehpassagen ab. Wir passieren die Lennequelle, aus der tatsächlich Wasser sprudelt und laufen weiter, bis wir beim Anstieg zum Astenturm, zum ersten Male den Weg in dem immer dichter werdenden Nebel verlieren. Mit einem kleinen Umweg finden wir dann aber schnell auf den Rothaarsteig zurück und erreichen nach einer guten Stunde unseren ersten Verpflegungspunkt am Astenturm.
Hier wartet bereits Toni mit Wasser, Apfelschorle und Bananen auf uns, zu unserer Überraschung in einem großen Zelt. Hier können wir einigermaßen im trockenen etwas trinken und essen. Allzu lange darf die Pause aber nicht dauern, sonst fangen die nassen Klamotten an kalt zu werden. Und nach fünf Minuten geht's weiter, hinein in den dunkeln Wald hinter dem Astenturm und rein in die Matsche. Ab hier bleibt der Weg auf dem Kamm und die steilen Ab- und Aufstiege um Winterberg herum sind schnell vergessen: Wir sind uns einig, es war goldrichtig die Strecke so herum zu laufen und nicht wie geplant vom Rhein-Weser Turm zur Ruhrquelle. Dann wäre dieses erste Teilstück sicherlich mit den schon müden Beinen zur Qual und bei dem Wetter auch gefährlich geworden. Abgesehen von dem ständigen Zick-Zack laufen und springen über die Pfützen, kann man ab und zu von einem gleichmäßigen laufen sprechen. Nach nicht ganz zwei Stunden und 17,9 km erreichen wir unseren zweiten Verpflegungsplatz am Albrechtsplatz. Hier wartet bereits wieder Toni um uns mit Getränken und Bananen zu versorgen und gegebenenfalls den ein oder anderen aufzunehmen. So wie Karl-Heinz, der hier für heute seinen Lauf beendet. Als wir wieder loslaufen, werden wir von Toni mit den Worten verabschiedet „ jetzt beginnt der morastige Teil des Weges“  was wir nach den teilweise schlechten Wegen, die wir bereits hinter uns haben, gar nicht so recht glauben können. Das alles tut unserer guten Stimmung aber keinen Abbruch. Und auf geht's am Albrechtsberg vorbei über den Heidenstock zur Gablung der Hochsauerlandvariante des Rothaarsteiges.
Hier hatten wir uns für die Kamvariante entschieden auf der der Skulpturenweg und das "Ökosystem Wald" mit seiner imposanten Hängebrücke liegen. Gleich bei der ersten Skulptur Namens "Kein leichtes Spiel" standen wir vor der Pfütze des Tages. Jeder versuchte auf einer anderen Route mehr oder weniger erfolgreich halbwegs sauber durch die Seenlandschaft zu gelangen. Ulrike wählte die Variante ganz links herum, ihre Hilferufe sagten den anderen, dass dies der falsche Weg war. Gudrun versuchte es ganz rechts, genauso erfolglos wie Ulrike. Bei Wilhelm brach indes der kleine Junge wieder durch und er entschied sich, ab jetzt nur noch geradeaus zu laufen nach dem Motto, entweder die Pfützen machen Platz oder sie werden leer getrampelt. Kurz drauf erreichten wir dann das "Ökosystem Wald" mit seiner imposanten Hängebrücke. Wir allesamt mit Schwung auf die Hängebrücke die nach einigen Entsetzensschreien schnell überquert war, um uns dann wieder nach links Richtung Jagdhaus zu wenden. Nur leider auf der falschen Seite des Tales. Der hier gute trockene Weg hätte uns ja verdächtig sein sollen, tat es aber nicht. Nach ca. 1 km standen wir an der ersten Weggablung ohne das wir das markante rote "R" irgendwo sehen konnten. Also, zurück, nochmals über die Hängebrücke, wieder ein- zwei Schreie und dann ging es diesmal auf der richtigen Seite, weiter Richtung Jagdhaus. Zwischenzeitlich bemerkte jemand das der Regen aufgehört hatte, der gute Rat nichts zu beschreien kam zu spät und so kam es wie es kommen musste, ab hier sollte es die nächsten 10 km ohne Pause regnen. Nach 3:30 und 34 km erreichten wir dann unseren letzten Verpflegungspunkt am Parkplatz bei Jagdhaus. Hier nahm Toni Wilhelm und Gudrun auf, die wegen Problemen mit dem linken Fuß den Lauf abbrechen musste.
Nach kurzer Pause gingen die fünf verbliebenen Läufer auf die letzten Kilometer, auf recht gut ausgebauten Wegen vorbei an der Sombornquelle, Um sich dann auf dem bei gutem Wetter, sicherlich landschaftlich schönsten Teilstück, die eine oder andere kleine persönliche Krise sich zu gönnen. Hatten wir gedacht der Crossteil läge jetzt hinter uns, wurden wir nach dem Magarethenstein eines Besseren belehrt. Hier lief der Rothaarsteig nochmals zur Höchstform auf, teilweise war an laufen überhaupt nicht mehr zu denken. Mitten durch ging auch nicht, dafür war der Schlamm viel zu tief. Gerne wären wir ja ein paar Montainbikern begegnet, um zu sehen wie diese sich durch den Morast kämpfen, aber diese waren genauso spärlich vertreten wie die Wanderer. Die ersten hatten wir übrigens erst nach 2 1/2 Stunden gesichtet. Nach 4:27 Std. und 985 Höhenmetern erreichten wir dann den Rhein-Weser Turm, naß, schmutzig, müde aber hochzufrieden. Auch wenn wir nur an wenigen Stellen weiter als 200 mtr. sehen konnten, so haben wir uns dennoch eine sehenswerte Strecke erlaufen. Keiner hat es bereut, bei diesem unwirklichen Wetter mit losgelaufen zu sein. Logisch das die ersten Pläne für das nächste Jahr gemacht wurden, dann vielleicht von Hessen hoch zum Rhein-Weser Turm.
Unser besonderer Dank geht an Maria für die Hinfahrt,
an Toni für die Verpflegung und Begleitung unterwegs,
und an Günter der als Fahrer bereit stand die, die aussteigen wollten wieder nach Hause zu bringen.
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